Trotz der im Zuge des niedrigen Leitzinses sinkenden Zinserträge beim Tagesgeld können Anleger durchaus noch profitieren. Die stark gesunkene Inflationsrate gleicht die schwachen Zinsen derzeit teilweise aus.
Normalerweise ist die momentane Krise langfristig gesehen nicht unbedingt der beste Zeitpunkt, um auf Tagesgeldanlagen zu setzen. Der Leitzins steht mittlerweile auf dem historischen Tiefstand von 1,25% und die meisten Banken drücken infolgedessen auch die Tagesgeldzinsen merklich. Auf den ersten Blick scheint es also – auch nach Meinung von Experten – attraktiver zu sein, sein Geld in eine langfristig festverzinste Anlage zu stecken, um sich so von den Zinsschwankungen unabhängig zu machen.
Jedoch gilt es hierbei, die Teuerungsrate der Wirtschaft zu beachten. In den Jahren vor der Finanzkrise lag diese bei rund 3%, wodurch die damals noch hohen Tagesgeldzinssätze von bis zu 5% entsprechend entwertet wurden. Nun wird die Inflationsrate nur noch mit 0,5% beziffert. Dieser niedrige Stand verlangsamt die Entwertung des angelegten Geldes und ermöglicht einen höheren Realgewinn, als es die schwachen Zinsen von durchschnittlich 2% zunächst vermuten lassen.
Krisenvorteil
Jedoch ist Vorsicht geboten, sobald sich ein Ende der Rezession abzeichnet: Die riesigen Geldmengen, die durch die Konjunkturpakete zur Belebung der Wirtschaft in den Markt gepumpt werden, können nach der Krise nach Einschätzungen aus Finanzkreisen dem Handel nicht schnell genug wieder entzogen werden. Was momentan noch der Liquidität und der Ankurbelung der Wirtschaft dient, wird nach der Krise auch durch die Geldpolitik der Notenbanken zu einer erhöhten Inflation führen. Diese würde laut Experten aber frühestens 2010 einsetzen.